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Social Media für KMU – Teil I: Die vermeidlichen Riesen

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Ich habe selten erlebt, dass gewisse Wörter in bestimmten Kreisen einen geradezu entsetzen Ausdruck auf die Gesichter meiner Gesprächspartner zeichnen. Aber erstaunlicherweise passierte es mir mit einem ganz bestimmten Wort in der früheren Vergangenheit immer wieder…

„Social Media“. Ich glaube, es gibt kaum ein Wort, das für mehr Diskussionsstoff gesorgt hat. Besonders unter den kleinen und mittelständischen Unternehmen wird dieser Begriff leider all zu oft mit wenig Begeisterung ausgesprochen, wenn es denn überhaupt in den Mund genommen wird.

Es wird die Stirn gerunzelt, man wird kritisch beäugt und anschließend die Frage der Fragen gestellt: „Was bringt mir Social Media für mein Unternehmen?“

Eine gute Antwort hat die BITKOM gefunden:

„Social Media bieten Unternehmen die Möglichkeit, mit ihren Zielgruppen in direkten Kontakt und in einen unmittelbaren Dialog zu treten. Sie können in vielen Unternehmensaufgaben unterstützen, von der Kommunikation mit Presse, Meinungsführern und Kunden, im Marketing und Vertrieb, im Recruiting und Employer Branding bis hin zur Erschließung neuer Zielgruppen und zur Einbeziehung von Nutzern bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen.“

Mit diesen Gründen ist den meisten kleinen Unternehmen die erste Angst genommen. Doch dann werden auch schon die nächsten Fragen aufgeworfen:

− Welches soziale Netzwerk ist das richtige?
− Welche Zielgruppe ist überhaupt relevant für mein Unternehmen?
− Wie viele Ressourcen müssen in Social Media gesteckt werden?

In dieser Reihe nehme ich die größten sozialen Netzwerke unter die Lupe. Dabei erläutere ich nicht nur die Besonderheiten, sondern Versuche auch der Frage auf den Grund zu gehen, warum man gewisse soziale Kanäle wählen sollte und andere wiederum nicht. Des Weiteren gebe ich Ihnen kurze Checklisten mit auf den Weg, um Ihnen den Einstieg in den jeweiligen Kanal zu erleichtern.

Los geht’s…

Facebook

Das soziale Netzwerk Facebook hat eine Masse an Nutzern und so überrascht es nicht, dass sich auch hier bereits erste große Unternehmen tummeln. Der Teil der deutschen Mitglieder, die Zeit auf ihrer Profilseite, den Seiten von Firmen oder den Kommentarbereichen von Videos, Statuseinträgen oder Fotos verbringen, ist beachtlich. Für einige kleine und mittelständische Unternehmen stellt sich dennoch die Frage, ob sich der Aufwand eines Unternehmensprofils lohnt…

Was spricht also gegen und für das soziale Netzwerk Facebook?

ProContra
Für nahezu jedes Unternehmen findet sich aufgrund der hohen Mitgliederzahl mit Sicherheit eine werberelevante ZielgruppeFacebook-Nutzer reagieren kaum oder gar nicht auf Werbung oder Firmennachrichten
„Gefällt mir“, Kommentare und weitere Interaktionen von Fans werden in den Nachrichtentickern von den Freunden der Fans angezeigt. Somit ist die Sichtbarkeit einer Werbebotschaft enorm hoch.Zielgruppengerichtete Facebook-Anzeigen bei Nutzern unbeliebt aufgrund von Datenschutz

Wie die Übersicht zeigt, gibt es sowohl Vor- als auch Nachteile für Facebook als Marketingplattform.

Vorbereitung

Sie haben sich für einen Facebook-Kanal entschieden?
Gut. Doch bevor Sie sich ins Facebook-Getümmel stürzen, sollte Sie sich über folgende Dinge Gedanken machen:

Zielsetzung & Strategie

Ziele können zum Beispiel die Verbesserung des Kundendialogs, der Aufbau oder die Stärkung des Marken-Images oder das Gewinnen oder die Bindung von Kunden sein.

Entwickeln Sie eine Strategie, indem Sie Ihre Ziele identifizieren und definieren. Doch auch zur Generierung von Fans benötigt es einen Plan. Auch hier sind die Möglichkeiten vielseitig. Sollen es Verlosungen, Gewinnspiele oder doch nur Beteiligungen an relevanten Gruppendiskussionen sein?

Beispiel: Verlosung des Bernkasteler Rings, einer der Kunden von Strama Max, zur Weihnachtszeit.

Festlegung der Zielgruppe

Facebook ist, wie bereits am Anfang des Kapitels erwähnt, das stärkste und größte soziale Netzwerk in Deutschland. Umso wichtiger ist es, genau festzulegen, welcher dieser Nutzer ihrer Zielgruppe entspricht!

Ressourcen schaffen

Besonders am Anfang werden Sie nicht darum herum kommen, viel Zeit in die Interaktion zwischen Ihnen als Unternehmen und Ihren Fans zu stecken. Die kontinuierliche Kommunikation darf darüber hinaus nicht unterschätzt werden. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie die notwendigen Ressourcen besitzen, um die regelmäßige Pflege Ihres Social Media Profils zu betreiben.

Auf Facebook richtig durchstarten

Sind die ersten Hindernisse aus dem Weg geräumt, kann es auch schon losgehen. Die folgenden Schritte sollten Sie zu Beginn von Ihrer Liste abhaken:

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Checkliste hier downloaden!

Aller Anfang ist schwer! Bleiben Sie am Ball und versuchen Sie durchzuhalten. Falls Sie weitere Fragen zu Facebook haben, hilft Ihnen Max Adam sicherlich gerne und kompetent weiter. Darüber hinaus lohnt sich vielleicht ein Blick in den Leitfaden „Facebook für kleine Unternehmen und das Handwerk: Chancen nutzen – Gefahren beachten“, vom eBusiness-Lotsen Berlin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die Besonderheiten von Facebook

Folgende Features können die Arbeit mit Facebook erheblich erleichtern:

• Page Insights: Hier fließen alle wichtigen Daten zusammen, die sie brauchen, um die Leistung ihrer Seite zu messen. (Es gibt bereits die „Pages Manager App“, mit der Sie auch von unterwegs als Amdministrator auf die Firmenseite zugreifen können.)

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Facebook Pages Manager App für iOS und Android.

• Scheduled Posts: Falls Sie kaum Zeit haben regelmäßig Inhalte zu teilen, ist es nun möglich Ihre Posts zu einem gewünschten Zeitpunkt zu veröffentlichen.

• Promoted Posts: Wenn Sie nur über ein geringes Budget verfügen, kann dieses Tool vielleicht das richtige für Sie sein. Inhalte werden zwar als „Sponsored“ markiert, aber dafür erscheinen sie an ein höheren Stelle im Newsfeed Ihrer Zielgruppe und verweilt dort auch länger. Damit steigt gleichzeitig die Chance, dass Ihr Publikum auf die Inhalte reagiert.

• Places: Mit dieser Funktion können Nutzer Orte zu Ihren Posts oder Fotos hinzufügen. Wenn Sie Ihr Unternehmen in dieses Tool eintragen, wird Ihre Zielgruppe automatisch zu Promotern Ihrer Firma sobald sie ihren Ort teilen.

Wie man einen Standort erstellt, erfahren Sie hier.

Für welche Branche ist Facebook interessant?

Facebook ist zunächst einmal eine B2C Plattform, da das soziale Netzwerk nach wie vor für private Angelegenheiten genutzt wird. Nutzer sind überwiegend im jungen und mittleren Alter. Dienstleister werden sich also hier wie zu Hause fühlen.

Google+

In Deutschland gilt Google+ nach wie vor als Exote unter den sozialen Netzwerken. Schon alleine diesen Umstand können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen. vorausgesetzt ihre Konkurrenz ist nicht bereits auf dieser Plattform unterwegs. Andererseits sollte man nicht vergessen, dass sich soziale Netzwerk immer weiter entwickeln …

Aber warum sollte man Google+ überhaupt nutzen?

Hier ein paar Fakten, die Sie vielleicht überzeugen könnten:

⊕ 42 Prozent aller Nutzer interagieren mit Markeninhalten.
⊕ 70 Prozent der 100 Top-Unternehmen nutzen Google+.
⊕ 40 Prozent aller Vermarkter nutzen Google+.
⊕ 22 Prozent der Erwachsenen online nutzen Google+.
⊕ 50 Prozent aller User nutzen die Plattform täglich.

Was bringt Google+ dem Unternehmen?

Ein paar nette Zahlen, die zeigen, dass Google+ nicht zu unterschätzten ist. Doch was bringt es einem selbst?

• Sichtbarkeit: Die Verknüpfung zwischen einer Google+ Seite und der Firmenwebseite kann das Suchmaschinenranking verbessern.
• Engagement: Mit Hilfe der Kreise und Communities können Sie Ihr Unternehmen einfach und gezielt anpreisen.
• Analytics: Verbunden mit Insights erhalten Sie akkurate und aktuelle Informationen.
• Informativ: Bieten Sie Ihren Kunden aktuelle Informationen auf Ihrem Profil, die dann weiter geteilt werden und steigern Sie so die Wahrscheinlichkeit von Interaktion.

Vorbereitung

Wie beim Kapitel „Facebook“ ist die Vorbereitung extrem wichtig:

• Definieren Sie Ihre Ziele
• Planen Sie Ihre Strategie
• Legen Sie Ihre Zielgruppe fest
• Schaffen Sie Ressourcen!

Auf Google+ richtig durchstarten

Der Beginn gestaltet sich bei Google+ etwas anders. Anbei eine kurze Checkliste, die Ihnen dabei helfen kann, alles Wichtige zu beachten:

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Checkliste hier downloaden!

Die Besonderheiten von Google+

Mit den folgenden drei Features hebt sich das soziale Netzwerk von seiner Konkurrenz ab:

Hangouts

Hierbei handelt es sich um eine Videochatfunktion, mit der Sie Videokonferenzen mit bis zu 10 Teilnehmern abhalten können. Darüber hinaus können Sie Kurznachrichten oder Bilder verschicken. Der Clou: Egal ob Android, IOS oder Windows, Google Hangouts kann auf jedem Betriebssystem genutzt werden. Ein starkes Tool, dass zum Beispiel für Kundenservices oder Webinare genutzt werden kann.

Kreise

Diese Funktion vereinfacht die Erstellung von Zielgruppen erheblich. Hiermit können Sie Inhalte genau an die entsprechenden Zielgruppen bzw. -kreise verteilen. Das erleichtert die Fokussierung auf potentielle Kunden. Mit der Filterfunktion können Sie darüber hinaus die Kreise markieren, die für Sie am wichtigsten sind.

Communities

Hier können Sie relevante Inhalte und Neuigkeiten mit der jeweiligen Interessensgruppe teilen. Wenn Sie mit den Communities richtig interagieren, äußert sich dies natürlich positiv auf Ihr Suchmaschinenranking und damit auf Unternehmen und Marke aus! Anders als in den üblichen Facebook-Gruppen, sind Google Communities deutlich aktiver und vor allem themenzentrieter.

Für wen kommt Google+ in Frage?

Google ist und bleibt eine Suchmaschine. Alle weiteren Funktionen und Apps, die Google kreiert sind dazu da, um das Sucherlebnis sozialer zu gestalten. Denn das was wir Suchen wird zu einer Erfahrung und diese teilen wir schlussendlich auch mit unseren Mitmenschen.

Dennoch kann die Zielgruppe, die Google+ nutzt, recht eingegrenzt werden. Folgenden Gruppen sind hier laut Michael Frinkes bislang unterwegs:

• Onlinejournalisten, Online-Startup-Gründer, Blogger, Webseiten-, E-Shop- und Forenbetreiber, Programmierer, Webdesigner und Autoren
• Ein IT-technisch interessiertes Publikum
• Marketing- und Online-Marketing-Spezialisten
• Selbstständige und Unternehmer, Künstler, Fotografen, Designer, Architekten, Texter usw.

Facebook oder Google+ – Welcher Riese darf es sein?

Es ist nicht von ungefähr, dass ich Ihnen diese zwei sozialen Netzwerke vorgestellt habe. Schließlich ähneln Sie sich in Ihren Funktionen und Ihrer Größe. Doch welche Plattform ist denn nun geeigneter für ein kleines mitellständisches Unternehmen?

Unterschiede

Bei Google+ handelt es sich um einen Baustein aus einer Reihe von Produkten oder auch Applikationen, die die Suchfunktion von Google attraktiver und vor allem interaktiver für den Nutzer gestaltet. Unternehmen profitieren von Funktionen wie Google Lokal, Google Places und Google Ehrfarungsberichten.

Facebook ist im Gegensatz dazu ein eigenständiges und unabhängiges Produkt.

Rechte für Unternehmen

Bei Facebook können Sie im Namen der Fanpage mehr schlecht als recht kommunizieren. Um in Gruppen zu agieren benötigen Sie nach wie vor ihren privaten Facebook Account.

Bei Google+ ist ein privater Account ebenso Grundvoraussetzung für die Erstellung eines Firmenprofils. Doch ist die Trennung zwischen Ihren Interessen wesentlich klarer. Geschäftliches muss nicht mit dem privaten Profil geteilt werden.

Die Sache mit der Werbung

Auf Facebook zu werben, um Fans zu gewinnen oder um eine höhere Reichweite zu erzielen, ist für kleine Unternehmen ganz einfach. Hierfür stellt Facebook einen Werbeanzeigenmanager zur Verfügung, mit dem Werbung geplant und das nötige Budget einfach und problemlos verwaltet werden kann.

Werbung ist auf diese Art und Weise bei Google+ nicht möglich.

…Suchmaschinenoptimierung!

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist Google+ ein Produkt der Google-Familie. Der Einfluss dieses sozialen Netzwerks auf das Suchmaschinenranking muss also nicht erneut erwähnt werden.

Was Facebook in Verbindung mit Suchmaschinenoptimierung angeht, bin ich vorsichtig. Zwar gibt es Annahmen, die davon ausgehen, dass diese Plattform keinerlei Auswirkungen auf das Ranking hat (http://onlinemarketing.de/news/facebook-engagement-hat-keine-seo-auswirkung). Andererseits darf die Aussage „Google counts everything…“ nicht vergessen werden…

Fazit

Aus diesem Wettkampf geht keiner der beiden sozialen Netzwerke als Sieger hervor. Facebook besticht weiterhin mit seinem hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad in Deutschland. Nicht zu vergessen die Mitgliederzahlen!

Doch auch Google+ sollte nicht unterschätzt werden. Nicht zuletzt aufgrund seiner Vorteile im Bereich des Teilens von Inhalten oder bzgl. des Suchmaschinenrankings.

Schlussendlich müssen Sie sich für „die richtige Plattform“ entscheiden. Bei der Qual der Wahl kann Ihnen die Meinung eines Experten durchaus weiterhelfen!

Quellen:
https://www.euroweb.de/blog/facebook-fuer-unternehmen-5-tipps
http://www.winlocal.de/blog/2012/06/marketing-mit-facebook-lohnen-sich-kosten-und-muh-fur-kmu/
http://tobesocial.de/blog/facebook-marketing-kmu-facebook-tipps-tricks-fanpage-erstellen-content-strategie
http://www.mittelstand-digital.de/MD/Redaktion/DE/PDF/facebook-fuer-klein-unternehmen-und-das-handwerk,property=pdf,bereich=md,sprache=de,rwb=true.pdf
http://www.businessnewsdaily.com/5166-facebook-business-tools.html
http://karrierebibel.de/google-community-tipps-und-tricks-fuer-unternehmen/
http://karrierebibel.de/google-wachstum-fluch-und-segen-fur-unternehmen/
http://www.astramedia-blog.com/blog/der-nutzen-von-google-fuer-kmu/
http://www.taiber-unternehmensberatung.de/google-oder-facebook-fuer-kleine-unternehmen-social-media-strategie/
http://www.digitalinformationworld.com/2014/11/building-your-business-on-google-plus-infographic.html
http://www.heise.de/ct/artikel/Googles-Plus-1656532.html
http://www.crowdmedia.de/google-seite-fuer-unternehmen-erstellen/
http://www.astramedia-blog.com/blog/der-nutzen-von-google-fuer-kmu/

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Zur Autorin:
Stephanie A. Kowalski ist eine Kaffeeliebhaberin, die ehrenamtlich als @HootsuiteDE Ambassador tätig ist und in ihrer Freizeit gerne und viel über Social Media und Content Marketing zwitschert – Folge Stephanie bei Twitter. Momentan erlernt Sie das PR-Handwerk als Volontärin in Bayern.

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