Kommentare 0

Social Media für KMU – Teil V: Instagram

Social Media, KMU, kleine und mittlere Unternehmen, Instagram, Instagram Tipps, Social Media Marketing, Instagram-Marketing

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“

Was würde dabei herauskommen, wenn man die Stärken des Microblogging-Dienst Twitter und der Bildsharing Plattform Pinterest miteinander kreuzen würde? Das Ergebnis wäre mit höchster Wahrscheinlichkeit: Instagram. Das soziale Netzwerk ist eine Mischung aus Microblog und audiovisueller Plattform, auf der sowohl Bilder als auch Videos geteilt werden können. Nutzer posten Fotos und Videos ausschließlich über eine App für Android, iOS oder Windows Phone. Darüber hinaus ist das Teilen über mehrere Social Media Kanäle möglich.

Das Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ kann für dieses soziale Netzwerk wörtlich genommen werden, denn die Mitgliederzahl wuchs seit der Gründung 2010 auf über 300 Millionen Nutzer, die bis heute über 20 Milliarden Bilder auf der Plattform veröffentlichten.

Die Wahrscheinlichkeit für ein kleines und mittelständisches Unternehmen eine passende Zielgruppe mit einer optisch starken Kommunikation gezielt anzusprechen ist recht erfolgsversprechend.

Die Nutzung des audiovisuellen Netzwerks sollte allerdings wohl überlegt sein (sowie der Einstieg in jedes andere soziale Netzwerk!).

„Natürlich können Unternehmen ohne freie Kapazität einsteigen – sie sollten es im eigenen Interesse jedoch besser lassen.“

Christian Müller, sozial-pr.net

Was spricht für und gegen Instagram?

Man sollte als kleines oder mittelständisches Unternehmen also lieber die Finger von Instagram lassen? Es gibt Einiges, dass gegen einen Einstieg spricht. Aber man sollte sich nicht davon abhalten lassen, wenn man eine gute Idee, nutzerrelevante Inhalte und Bildmaterial in hoher Qualität zur Verfügung hat.

ProContra
Kostenlose Nutzung der Social Media Plattform bei einer Anzahl von 150 Millionen aktiven Nutzern weltweitKampagnengestaltung schwierig, da keine Links in die Kommentare eingefügt werden können.
Filtersystem mit Hashtags sowie Verortung sorgt für sofortige Vernetzung mit der ZielgruppeInstagram hat so gut wie keine Bedeutung für SEO
Hohes Engagement und Echtzeit-ReaktionenZielgruppen können nur auf mobilen Endgeräten erreicht werden

…und was ist mit Pinterest?

Ein berechtigter Einwand, da Pinterest ebenfalls mit visuellen Elementen arbeitet.

Es gibt jedoch viele Unterschiede, durch die sich die beiden sozialen Plattformen deutlich voneinander abheben.

Pinterest ist, wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, eine digitale Pinnwand. Die Nutzer ordnen Bilder sog. Pins bestimmten Fotoalben sog. Boards zu. Mit jedem Bild wird automatisch die URL der Herkunftsseite verlinkt. Damit ist jeder Repin ein Backlink. Dies hat wiederum Auswirkungen auf Reichweite und Traffic einer Webseite.

Bilder bei Instagram enthalten weder eine Verlinkung und können nicht wie bei Facebook geteilt werden. Die soziale Plattform ist also kein Werkzeug zur Traffic-Steigerung. Umso wichtiger ist die Interaktion mit anderen Nutzern und die Erstellung von exklusiven Inhalten, um die Aufmerksamkeit der Instagram-Masse auf sich zu ziehen.

Auf Instagram richtig durchstarten

Das Einrichten eines Accounts geht schnell von der Hand, würde aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Aus diesem Grund empfehle ich folgende Beiträge, die sich ausführlich mit der Account-Erstellung auseinandersetzen und mit Sicherheit keine Fragen offen lassen:

– Beitrag: http://www.bloggerabc.de/instagram-tipps-fuer-einen-guten-start/
– Slideshare: http://de.slideshare.net/bwlzweinull/anleitung-instagram?qid=b9810168-616e-40de-b4f4-83dc9c82836d&v=qf1&b=&from_search=2
– Video: https://www.youtube.com/watch?v=C81zwCHw1Y8

Ein Aspekt, den ich für wesentlich wichtiger halte, ist die Entwicklung einer Strategie.

Eine Strategie für Instagram entwickeln

Im ersten Schritt sollten Sie die audiovisuelle Plattform selbst für sich ausprobieren. Legen Sie einen privaten Account an und betrachten Sie die Profile der Konkurrenz innerhalb Ihrer Branche.

Sobald Sie sich mit der Applikation vertraut gemacht haben, sollten Sie sich überlegen, welche Ziele mit dem Marketing auf Instagram verfolgt werden sollen. Diese sollten natürlich den Zielen Ihres bestehenden Social Media Marketing Plans entsprechen oder zumindest passend ergänzen.

Mögliche Ziele könnten sein:

– Steigerung der Produktverkäufe
– Steigerung des Webseiten-Traffics
– Steigerung der Aufmerksamkeit

Die Ziele, die man sich setzt, sollten immer: Spezifisch, messbar, umsetzbar, relevant und zeitlich begrenzt sein (Für die Begriffe kann auch die englische Abkürzung S.M.A.R.T herangezogen werden, die für „Specific“, „Measurable“, „Attainable“, „Relevant“ und „Time based“ steht).

Im nächsten Schritt sollte man sich ein Leitbild überlegen, das speziell für die Nutzung von Instagram formuliert sein sollte. So kann man vermeiden, die audiovisuelle Microblogging Plattform genauso zu benutzen wie andere Social Media Kanäle. Achten Sie darauf, dass die Stärke von Instagram die Publikation von visuellen Medien (Bilder und Videos) ist.

Nun sollte man sich Gedanken zu der eigentlichen Inhaltsstrategie machen. Um seine Nutzer nicht mit Content zu bombardieren, ist die Aufstellung eines Plans für das regelmäßige Hochladen von Material hilfreich. Die Frequenz und die Anzahl der Meldungen ist dabei abhängig von der eigenen Zielgruppe. Mit einer Testreihe und einer sorgfältigen Analyse ist aber auch diese Frage schnell geklärt. Die gesammelten Erkenntnisse können Sie dann nutzen, um einen Social Media Redaktionsplan zu erstellen.

Weitere Tipps für die Entwicklung einer guten Instagram Strategie bietet dieser Beitrag:

http://blog.hootsuite.com/how-to-use-instagram-for-business/

Do’s & Don’ts

Es gibt eine Reihe von Dingen, die man auf Instagram tun sollte, aber auch die man besser lassen sollte. Ein ansprechendes Profil zu erstellen ist aber zu Beginn das Allerwichtigste.

Do'sDon'ts
Interagieren Sie mit Kollegen, anderen Unternehmen und Ihrer Zielgruppe. Instagram zählt schließlich auch zu den sozialen Netzwerken.Vermeiden Sie Ihre Zielgruppe mit Bildern zu überhäufen. Bis zu 8 Bildern am Tag reichen.
Veröffentlichen Sie interessante & außergewöhnliche Inhalte mit einer hohen Qualität. Das Netzwerk lebt von Originaltiät.Posten Sie keine Inhalte mit schlechter Qualität.
Gleichen Sie Ihren Instagram-Accountnamen mit weiteren sozialen Accounts an: So steigt der Wiedererkennungswert Ihres Unternehmens oder Ihrer Marke.Instagram sollte für Momentaufnahmen genutzt werden und nicht für später. (Ansonsten mit #latergram versehen)

Darüber hinaus sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

• Wer liebt nicht schöne Bilder? Eben. Achten Sie bei den Aufnahmen auf hohe Qualität, Detailtreue und Farbechtheit.

• Anstatt ihre Zielgruppe mit Dauerwerbung von Produkten zur Last zu fallen, sollten Sie stattdessen Angebote und Vergünstigungen bieten. Hierbei gilt aber auch: Weniger ist mehr. Entwickeln Sie gute Angebote in Kombination mit originellem Bilder- bzw. Videomaterial.

• Gewinnspiele und Wettbewerbe sind an sich auch keine schlechte Idee, um die Aufmerksamkeit von Instagram-Nutzern auf die Marke oder das Unternehmen zu ziehen.

• Eine gute Geschichte über Ihre Firma zu erzählen und die Ihre Zielgruppe interessiert, ist eine weitere Möglichkeit, um von sich Reden zu machen. Jede Dienstleistung und jedes Produkt wird von Menschen entwickelt. Eine visuelle Dokumentation der alltäglichen Arbeit und ein „Blick hinter die Kulissen“ erzeugt Sympathie und wirkt authentisch – Sollte aber natürlich und nicht aufgesetzt wirken!

Tipps für Instagram

Einige der folgenden Tipps wurden bereits im Artikel erwähnt, sollen aber zwecks Übersichtlichkeit erneut erwähnt werden:

• „Unternehmertum“ mit „Persönlichkeit“
Auf Instagram gibt es derzeit nur „Personal Pages“, d.h. keine gesonderten Kategorien für Unternehmen. Es gibt Accounts, die speziell für Unternehmen angelegt sind und von Instagram verifiziert wurden. Große Marken wie Nike, Coca Cola usw. besitzen bis jetzt diesen Sonderstatus. Ob solche Accounts auch für kleinere Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, kann bist jetzt noch nicht gesagt werden. Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als einen privaten Account mit einem klaren Branding und evtl. seinem Firmenlogo zu versehen.

• Strategie ist das Ah und Oh
Entwickeln Sie eine gute Strategie.

Dient das Profil:
◦ zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades?
◦ Zum Verkauf von Produkten?
◦ Zur Steigerung der Fans?

• Über den sozialen Netzwerk-Rand hinweg
Mit ein paar wenigen Klicks können Sie dafür sorgen, dass Ihre Bilder auch in den sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter oder Pinterest automatisch gepostet werden.

• Ordnung ist das halbe Leben. Einheitlichkeit auch.
Egal ob Sie für jedes Bild denselben Filter verwenden oder immer wieder die gleichen Motive teilen, seien Sie konsequent, was ihren „Look“ angeht. Das menschliche Gehirn liebt Einheitlichkeit.

• Einbetten
Mit einem Code von Instagram, können Sie das dort verortete Bildmaterial auch auf Ihrer Webseite einbetten. Damit kann unter Umständen Webseiten-Traffic zum Instagram-Account geleitet werden.

• Werbung?!
Gibt es auf Instagram für Deutschland offiziell seit April 2015. (http://t3n.de/news/instagram-werbung-deutschland-605580/) Wie auch private Fotos oder Videos erscheinen Instagram Ads im Nachrichtenstrom. Aufgrund der hohen Bildqualität fällt die Werbung kaum auf. Schweift der Blick allerdings nach oben rechts bemerkt man den ‚Sponsored‘ Verweis. Die Relevanz der Anzeigen für die Nutzer werden durch die auf Facebook hinterlassenen Angaben errechnet.

• Ein wahres Schnäppchen!
Gute Angebote liebt jeder Mensch. Sie sind auch eine gute Möglichkeit, um Nutzer davon zu überzeugen, Ihrem Account zu folgen und nicht nur Ihre Bilder zu „liken“.

• Teilen, teilen, teilen
Teilen Sie Bilder, in denen Sie erwähnt bzw. „getagged“ wurden. Das motiviert Nutzer, Sie ebenfalls zu erwähnen.

• „Wetten, dass…“
Überlegen Sie sich einen eigenen „Hashtag“ und verbinden Sie diesen mit einem Wettbewerb. Eine hohe Beteiligung bedeutet gleichzeitig eine größere Aufmerksamkeit für Ihre Marke.

• „Hinter geschlossenen Türen…“
Gewinnen Sie die Sympathie Ihrer Nutzer und geben Sie einen Einblick in den Alltag Ihrer Firma und dessen Mitarbeiter.

Hier der Link zu einer interessanten Grafik, die die Nutzung von Instagram für Unternehmen veranschaulicht!

Für weitere Instagram-Tipps empfehle ich folgende Seiten und Artikel:

https://instagram.com/instamarketing.tipps/
http://www.slideshare.net/Isarmatrose/20141206-betzcamp-mobilepodcastsinstagramsoundcloud
http://de.slideshare.net/OEIAT/leitfaden-privatsphaere-instagram?qid=c9e4696e-6782-4561-9630-8d2d80cf8b08&v=default&b=&from_search=24
https://www.geropflueger.de/wie-kann-mein-unternehmen-instagram-nutzen/?utm_content=buffera5753&utm_medium=social&utm_source=plus.google.com&utm_campaign=buffer
https://business.instagram.com/gettingstarted/
https://business.instagram.com/inspiration/

Für welche Branche ist Instagram von Interesse?

Instagram kann besonders für kleine, lokal ansässige Unternehmen interessant sein. Vor allem Firmen, die mit ihren Dienstleistungen, Services oder Produkten sowohl jüngere als auch ältere Zielgruppen ansprechen, kommen für die audiovisuelle Microblogging Plattform in Frage.

Hier sind 5 Best Practices:

Mario Götze – Fußballer Mario Götze verschafft uns einen Einblick hinter die Kulissen eines Star-Fußballers. Er nimmt uns mit auf Reisen, lässt uns an seinem Training teilhaben und zeigt uns des Öfteren, dass er ein humorvoller junger Mann ist. Die 3.4 Millionen Follower haben sicherlich auch damit zu tun, dass er Deutschland mit seinem Tor den WM-Titel gesichert hat, aber Mario leistet ganze Arbeit und zeigt uns, wie ein interessanter und unverwechselbarer Instagram-Account aussehen kann.

faktastisch – faktastisch ist ein gutes Beispiel dafür, ein Corporate Design zu haben und seiner eigenen Sache treu zu bleiben. Das Design der Beiträge bleibt immer gleich, nur der Hintergrund und natürlich die Inhalte ändern sich.

FOREAL – FOREAL ist ein Design-Studio, das in der ältesten Stadt Deutschlands beheimatet ist und zwar in Trier. Das Alleinstellungsmerkmal des Accounts sind die kreativen, qualitativ sehr hochwertigen und einzigartigen Designs und Inhalte, die online gestellt werden. Mit einem Profil wie diesem, das sich inhaltlich gesehen in der Branche auf einem sehr hohen Level befindet, kann die Bekanntheit eines Unternehmens stark ausgebaut werden und zu einer internationalen Anerkennung führen, sprich das Teilen von Inhalten bei Instagram führt zu neuen Kunden und viel Lob aus aller Welt.

Astra – Wer die Biermarke Astra kennt, der weiß, dass das Team ein paar kreative und originelle Köpfe zu verzeichnen hat und das bekommt natürlich auch jeder Instagram-Follower zu spüren. Wie gewohnt setzt das Marketingteam auf Humor und eben Originalität. In der Mehrheit der Bilder ist eine Flasche Astra zu sehen und das macht die Inhalte unverwechselbar. Astra ist eine norddeutsche Biermarke, die bei vielen Kultstatus genießt und mittlerweile Fans weltweit hat.

Asphaltgold – Asphaltgold ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man einen Online-Shop durch einen Instagram-Account in Szene setzt. Man kann zwar keine Links in den Beschreibungstext eines Bildes integrieren, aber durch die Präsentation eines Produktes darauf hinweisen, dass, wie in diesem Falle, der Schuh ab sofort im Online-Shop erhältlich ist. Der Darmstädter Sneakerstore hat sich durch sein stilvolles, authentisches und innovatives Online-Marketing einen Namen in der europäischen Sneaker-Szene machen können.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Instagram
https://instagram.com/about/us/
http://t3n.de/news/instagram-werbung-deutschland-605580/
http://pr-blogger.de/2014/11/06/warum-sich-instagram-fur-ihr-unternehmen-lohnen-kann/
http://internetmarketingcompany.com/instagram-marketing-for-small-businesses-the-pros-and-cons/
http://www.bloggerabc.de/instagram-tipps-fuer-einen-guten-start/
http://blog.hootsuite.com/how-to-use-instagram-for-business/
http://www.winlocal.de/blog/2014/04/5-richtig-gute-instagram-profile-von-kleinen-unternehmen/

Schreibe eine Antwort