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Social Media für KMU – Teil III: Der Microblogging-Dienst Twitter

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Nachdem die vermeidlichen Riesen unter den sozialen Netzwerken, Google+ und Facebook, sowie die beiden wichtigsten Business-Netzwerke, LinkedIn und Xing, in den letzten beiden Teilen der Reihe genau betrachtet wurden, ist es nun an der Zeit, sich den Microblogging-Dienst Twitter anzuschauen.

In der Kürze liegt die Würze? Ohne Frage gehört Twitter zu den größten sozialen Netzwerken. Und die meisten Unternehmen werden zumindest von der Plattform bereits gehört haben.

Hier endet das Wissen vieler KMUs auch wieder. Es ist erstaunlich, dass dieses Netzwerk nach wie vor unterschätzt wird, obwohl es einer der vielseitigsten Kanäle ist.

Warum wird Twitter auch als Microblogging-Dienst bezeichnet? Was spricht für und gegen das Netzwerk? Was sind die Besonderheiten? Und wie startet man richtig durch?

Twitter: Microblogging-Dienst, Kurznachrichtendienst & Echtzeit-Suchmaschine?

Sucht man bei Google nach dem Begriff „Twitter“ stößt man auf die unterschiedlichsten Definitionen.

Da auf dieser Plattform Nachrichten nur maximal 140 Zeichen lang sind, nicht viel länger als eine durchschnittliche SMS, wird Twitter auch gerne als Microblogging-Dienst oder Kurznachrichtendienst bezeichnet. Diese Kurznachrichten werden auch Tweets genannt. Da die Kommunikation öffentlich statt findet, können die Nachrichten anderer Nutzer ebenso gelesen werden.

Durch die kürze der Meldungen ist es möglich schnell und unkompliziert mit einer breiten Masse an Menschen zu kommunizieren. Ein weiterer Vorteil des sozialen Kanals ist, dass die Kommunikation, auch aufgrund der Kürze, in Echtzeit abläuft.

Durch die Zugriffsmöglichkeiten auf sämtliche Tweets über eine Suchfunktion, die seit der Gründung von Twitter abgeschickt wurden, wird Twitter auch als Echtzeit-Suchmaschine bezeichnet. Nicht nur, dass nach älteren Meldungen gefiltert werden kann, auch aktuelle Nachrichten, die zu einem Thema im Moment der Suche selbst verfasst werden, können abgerufen werden.

Was spricht für und gegen Twitter?

ProContra
Potentielle Multiplikatoren für die eigene MarkeNachrichten werden verschluckt, da schnell kommuniziert wird
Beweis für Expertise in nur 140 ZeichenLimitierte Kommunikation auf 140 Zeichen
Kostensparende Methode für Kundensupport und -serviceBringschuld gegenüber den Followern
Monitoring für Markt, Kunden und TrendsEs müssen Zeit und Mitarbeiter investiert werden

Natürlich gibt es auch weitere Vorteile: So fließen häufige Erwähnungen einer Webseite in den Google-Algorithmus ein. Damit können Tweets mit Links auf eigene Blogbeiträge durchaus bei der Suchmaschinenoptimierung von Bedeutung sein.

Dadurch, dass die Kommunikation in Echtzeit von Statten geht, bietet sich Twitter darüber hinaus als Tool für den Kundenservice bzw. -support an. Denn so können Fragen und Probleme der Kunden schnell und unkompliziert beantwortet werden. Ein weiterer positiver Effekt: Die einfache Handhabung des sozialen Netzwerks spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld im Gegensatz zu einer komplexen CRM-Lösung.

Auf Twitter richtig durchstarten

Bevor Sie mit dem Microblogging auf Twitter beginnen können, gilt es folgende Dinge von Ihrer To-Do-Liste zu streichen:

• Erstellen Sie einen Account (über den „Registriere Dich bei Twitter“ – Button)
Wichtig – Verwenden Sie Ihren echten Namen oder Firmennamen!
• Schließen Sie das Tutorial ab (hier erlernen Sie die Grundlagen der Suche und knüpfen erste Kontakte)
• Laden Sie ein Profilbild hoch
• Verfassen Sie eine Kurzbeschreibung über Person oder Unternehmen
• Fügen Sie Ihrer Bio das Impressum Ihrer Webseite oder Blogs hinzu (rechtliche Absicherung!)
• Laden Sie eine geeignete Headergrafik hoch, geben Sie Ihren Standort und Ihre Webseiten-Adresse an

Die grundlegenden Prinzipien der Kommunikation auf Twitter

Damit ist die erste Hürde gemeistert. Um jedoch in diesem sozialen Netzwerk erfolgreich kommunizieren zu können, ist es wichtig sich mit einer Reihe von Besonderheiten auseinanderzusetzen. Keine Sorge: Umso länger Sie sich auf der Plattform bewegen, umso leichter werden Ihnen diese Grundlagen fallen.

Hashtag

Der „#“ hilft dabei einen Beitrag einem bestimmten Thema zuzuordnen. Ein Klick auf dieses Schlagwort öffnet auf Twitter eine Suche. Diese bietet einen Überblick über alle aktive Meldungen zu diesem Thema. Mit der richtigen Wahl des Themas können größere Zielgruppen angesprochen werden. Darüber hinaus bietet Twitter eine Anzeige über die Topics, die im sozialen Netzwerk am aktivsten genutzt werden.

Die Nutzung dieser Funktion ist so erfolgreich, dass sowohl Google+ als auch Facebook diese für ihre Netzwerke übernommen haben.

Retweets

Diese Art von Erwähnung wird bei Twitter für die Erfolgsmessung genutzt. Mit dieser Funktion können Nachrichten anderer Nutzer im eigenen Stream geteilt werden. Diese werden dann den eigenen Followern als normale Nachricht angezeigt. Der Verfasser der Nachricht erhält aber weitaus weniger Aufmerksamkeit mit einen Retweet als mit einer direkten @-Erwähnung.

Favoriten

Mit einem kleinen Stern können Tweets oder Retweets markiert werden. Diese Funktion kann mit der „Like“- bzw. „Gefällt mir“-Funktion von Facebook verglichen werden.

Erwähnungen

„@“ in Kombination mit dem Namen eines Nutzers können andere Twitterer genannt werden. Möchte man also jemanden zitieren, den Kontakt mit einer bereits getroffenen Person knüpfen oder einen anderen Twitter-Nutzer ansprechen, dann sollte diese Kommunikationsmethode verwendet werden. Erwähnungen sind eine effektive Methode zum Networken.

Direktnachrichten

Diese Funktion kann genutzt werden um private Kurznachrichten zu schicken. Diese Tweets sind nicht öffentlich einsehbar.

Listen

Hierbei handelt es sich um eine zusammengestellte Gruppe von Twitter-Nutzern. Listen können erstellt oder von anderen Nutzern abonniert werden. Auf dem Feed, auch Timeline genannt, erscheinen nur die Tweets der Listen-Mitglieder. Umso größer die Anzahl der eigenen Follower umso unübersichtlicher die eigene Timeline. Listen können also genutzt werden, um Gruppen zu bestimmten Themen zu erstellen, was die Verfolgung unterschiedlicher Diskussionen erheblich erleichtert.

Antworten

Dies sind Tweets, die direkt an den Absender adressiert sind. Andere Nutzer können diese Tweets nur lesen, wenn sie Absender und Empfänger folgen.

Kommunikation mit 140 Zeichen: So geht’s

In nur 140 Zeichen seine Message erfolgreich seiner Zielgruppe zu vermitteln, ist eine Herausforderung. Fügt man dann der Nachricht noch einen Link hinzu, werden weitere 20 Zeichen beansprucht. Somit bleiben dann nur noch 120 Zeichen. Eine gewaltige Umstellung, besonders wenn man bisher nur mit Formaten, wie Pressemitteilungen, Whitepapern oder Case Studies gearbeitet hat.

Doch in der digitalen Kommunikation muss man schnell auf den Punkt kommen. Ausführliche Schilderungen sind damit fehl am Platz. Prägnante Botschaften mit Mehrwert stehen hier im Mittelpunkt. Positiver Nebeneffekt: Beim Schreiben der Kurznachrichten muss man sich auf die Kernkompetenzen der Marke, des Produkts oder Unternehmens konzentrieren. Wissen über die eigenen Marke und Alleinstellungsmerkmale sind ein weiterer Schlüssel für eine erfolgreiche Kommunikation auf Twitter.

Um knappe und wirkungsvolle Nachrichten zu verfassen, sollte auf folgende Aspekte geachtet werden:

• Füllwörter vermeiden

Wörter lassen sich streichen, wenn diese nicht zum Sinn des Satzes beitragen oder den Lesefluss unterbrechen

• Satzbau umstellen

Längere Formulierungen lassen sich umgehen, in dem man den Satzbau versucht umzustellen

• Mehrere Tweets verfassen

Bei Themen, die aufgrund ihrer Komplexität nicht gekürzt werden können, macht es Sinn mehrere Nachrichten zu formulieren. Hier könnten auch zum Beispiel unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden.

• Aufzählungen nutzen

Zusammenfassende Aufzählungen wirken oft prägnanter und gezielter auf den Leser.

• Wörter weglassen

Nachrichten können beim Leser Neugier erzeugen, wenn der wichtigste Satzteil bewusst entfernt wird.

Die Besonderheit von Twitter: Twitter Ads

Es handelt sich dabei um unterschiedliche Werbeformate, die Sie über Twitter an unterschiedliche Zielgruppen richten können. Das Werben soll dabei ebenso einfach sein, wie das Verfassen von Tweets.

Zunächst wird ein Ziel ausgewählt, für das Twitter automatisch das passende Werbemittel heraussucht. Zu Beginn jeder Buchung stehen fünf verschiedene Werbeziele zur Wahl. Im Anschluss wird der Werbe-Tweet (Eine Kurzmeldung mit einer Länge von 140 Zeichen) in eine spezielle Maske eingegeben. Außerdem bietet Twitter die Möglichkeit, eine Zielgruppe festzulegen.

Bevor man mit der eigentlichen Erstellung der Tweet-Werbung beginnt, muss zunächst eines von fünf Kampagnenzielen ausgesucht werden.

Twitter unterscheidet zwischen:

Interaktionen

Erreichen von mehr Nutzern und Anregung von Gesprächen durch Retweets, Favoriten oder Antworten

Websiteklicks oder Konversion

Call-To-Action, mit dem Ziel, Nutzer auf die eigene Webseite zu führen

App-Installation oder App-Interaktion

Aufforderung der Nutzer zur Installation von mobilen Apps oder die Interaktion mit dieser

Follower

Erweiterung der eigenen Twitter-Community

Leads auf Twitter

Sammlung der E-mails von potenziellen Neukunden, die Interesse an den eigenen Produkten gezeigt haben

Darüber hinaus gibt es noch die Option: „keine zielbasierte Kampagne“ (sog. Sponsored Posts). Hierfür erfolgt die Buchung über das Formular „Sponsored Tweets“.

In neun Schritten zur Twitter-Ads-Kampagne:

1. Einloggen in das Anzeigesystem über http://ads.twitter.com
2. In der Navigationsleiste „Neue Kampagne erstellen“ auswählen.
3. Kampagnenziel auswählen.
4. Kampagne mit einem aussagekräftigen Titel versehen.
5. Ein Start- und Enddatum für die Kampagne festlegen.
6. Abhängig vom Ziel der Kampagne können weitere Konfigurationsmöglichkeiten vorgenommen werden
7. Anschließend erstellt man wie gewohnt einen Tweet, versieht ihn vielleicht mit einem aussagekräftigen Bild oder Video und kann das Ganze mit einer Handlungsaufforderung (Call-to-Action) aufwerten.
8. Danach wird die Ausrichtung der Kampagne festgelegt.
Angaben zu Standort, Geschlecht, einem entsprechenden mobilen Endgerät, Mobilanbieter, Schlagwörtern, Interessen uvm.
9. Im letzten Schritt müssen dann Einstellungen für das Budget vorgenommen werden.

Für welche Branchen ist Twitter interessant?

Twitter spricht vor allem ein technisch versiertes Publikum an. Aber auch die kreative Szene nutzt Twitter. Schöne Beispiele hierfür ist die sogenannte Twitter-Lyrik oder auch Twitter-Kurzgeschichten.

Darüber hinaus eignet sich Twitter aber auch für allgemeine Kundenansprache, unabhängig von Branche oder Industrie.

Der Microblogging-Dienst eignet sich auch für:

• Direkte Kontaktaufnahme bei Produkten und Dienstleistungen mit technik- affinen Publikum.
• Echtzeit-Kommunikation im Rahmen von Messen und Veranstaltungen.
• Feedback zu Fragen, Problemen oder Wünschen der eigenen Follower-Gemeinschaft
• Echtzeit-Krisenkommunikation bei Kritik, negativer Berichterstattung oder Shitstorms (überraschender Weise wird diese Möglichkeit von PRlern in Deutschland nach wie vor äußerst selten genutzt)

Twitter-Sprech: Abkürzungen, die man kennen sollte

Da sich die Kommunikation bei Twitter auf 140 Zeichen beschränkt, sind eine Reihe von Abkürzungen entstanden. Wer also erfolgreich auf Twitter „zwitschern“ möchte, sollte zumindest die gängigsten Begriffe beherrschen. So können auch gleich erste Fettnäpfchen vermieden werden.

Folgende Begriffe gehören zum Twitter Standardrepertoire:

@atBeginn des Twitternamens
#hashtagFasst Themen oder Oberbegriffe zusammen
^hat signAngabe der Initialen des Tweet Autors
DMdirect messageDirektnachricht
RTretweetWeiterleitung es Tweets
FFfollow fridayEmpfehlung neuer Follower
plspleaseBitte für einen RT oder eine andere Aktion
thxthanksDanke
LDLieben Dank
OHohaHumorvoller Kommentar
viaMedium/Zitat/Info/Autor
SMHshake my headKopfschütteln
CCcarbon copyKopie
MTmodified tweetVeränderter Tweet
PRTplease retweetBitte um Retweet
TTtranslated tweetÜbersetzter Tweet
CXcorrectionKorrektur
TYthank youDankeschön
HDHerzlichen Dank
TYTFthank you for the followDanke für's Folgen

Quellen:
http://www.b2n-social-media.de/in-wenigen-schritten-zum-twitter-account/
http://www.b2n-social-media.de/welchen-nutzen-hat-twitter-fuer-unternehmen/
http://www.b2n-social-media.de/8-twitter-tipps/
http://www.winlocal.de/blog/2012/05/twitter-fur-kmu-8-typische-fragen-von-unternehmern/
http://karrierebibel.de/pro-und-contra-warum-sich-twittern-gerade-fur-kleine-unternehmen-lohnt/
http://geistreich78.info/social-media/infografik-zur-twitter-sprache-gaengige-abkuerzungen-erklaert

Twitter, Kurznachrichtendienst, Microblogging-DienstZur Autorin: Stephanie A. Kowalski ist eine Kaffeeliebhaberin, die ehrenamtlich als @HootsuiteDE Ambassador tätig ist und in ihrer Freizeit gerne und viel über Social Media und Content Marketing zwitschert – Folge Stephanie bei Twitter. Momentan erlernt Sie das PR-Handwerk als Volontärin in Bayern.

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