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Social Media für KMU – Teil IV: Pinterest

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Social Media gekonnt ins Bild gesetzt

Das Netzwerk zum Bilderteilen gibt es nun seit mehr als vier Jahren und wurde im Jahr 2010 von Evan Sharp, Ben Silbermann und Paul Sciarra in Palo Alto, USA, gegründet. Der Begriff „Pinterest“ setzt sich aus den englischen Wörtern, to pin (dt. etwas anheften) und interest (dt. Interesse), zusammen. Auf der Plattform sammeln Nutzer also Bilder, die für sie von Interesse sind. Das besondere Merkmal des Netzwerks sind also Bildersammlungen. Der Klou: Arrangements werden an eine virtuelle Pinnwand geheftet, die wiederum von anderen Nutzern geteilt werden können.

Der Fokus von Pinterest liegt ganz klar auf Bildern. Textuelle Elemente, wie Titel und Beschreibungen, dienen nur als Zusatzinformationen. Gute Motive sprechen hier für sich selbst. Denn Nutzer können Kommentare hinterlassen, die wiederum Diskussionen erzeugen können. Und so, wie in jedem sozialen Netzwerk, steht der Dialog mit dem Fan im Vordergrund.

Dem enormen Potenzial dieser sozialen Plattform sind sich allerdings nur die wenigsten kleinen und mittelständischen Unternehmen bewusst. Eigentlich unverständlich, da die Verweildauer von Pinterest-Nutzern zwischen 20 Minuten bis 80 Minuten betragen kann und somit länger ist, als diese der Nutzer von Facebook oder Twitter. Die Plattform ist also für Unternehmen besonders reizvoll, denn mit einer längeren Verweildauer, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer einen Kauf tätigen. Der nette Nebeneffekt: Der Warenkorb von Pinterest-Nutzern ist meist voller (http://onlinemarketing.de/news/studie-pinterest-nutzer-sind-die-besten-kunden).

• Doch wie gelingt der Start auf dieser Plattform?
• Wie erstellt man einen Account?
• Und für welche Firmen eignet sich das Bilderportal tatsächlich?

Was spricht für und gegen Pinterest?

ProContra
Perfekt für Beitrags- oder BildrechercheKategorieunterteilung erzeugt klare Grenzen, die übergreifendes Teilen erschweren
Pinterest verbessert den Traffic von WebseitenEigen-Werbung und Selbstdarstellung sind verboten, dies erschwert die eigentliche Markenkommunikation
Besucher neigen dazu, länger zu verbleiben (im Schnitt 1 Std.)Inhalte erfahren auf Pinterest keine virale Verbreitung, wie auf Twitter oder Facebook

Auf Pinterest richtig durchstarten

Bevor Sie auf Pinterest die ersten Bildbeiträge erstellen können, gilt es einige Dinge am Anfang zu beachten:

Grundlegende Begriffe

Wie jedes soziale Netzwerk hat auch Pinterest seine eigene Begriffswelt. Auf die folgenden drei Begriffe werden Sie bei der Nutzung des Kanals immer wieder stoßen:

Pinnwand = Themengebiet innerhalb eines Pinterest-Accounts. Hier können Fotos und Videos von YouTube sowie Vimeo abgelegt werden. Der Name einer Pinnwand kann frei gewählt werden.

Pinnen = Einzelne oder mehrere Bilder auf eine Pinnwand hochladen.

Pin = Videos oder Bilder, die von einem Nutzer auf eine Pinnwand hochgeladen werden. Diese Inhalte
stammen entweder von anderen Pinnwänden oder externen Quellen.

„Pin-it“ – Button = Der Button erleichtert es Kunden Lieblingsinhalte in Sekundenschnelle zu speichern.

„Folgen“ – Button = Mit diesem Button können Nutzer Ihrem Profil folgen.

Pin-Widget = Mit dieser Funktion können einzelne Pins auf der eigenen Webseite eingebettet werden.

Profile-Widget = Die 30 aktuellesten Pins werden mit dieser Funktion auf der eigenen Webseite wiedergegeben.

Pinnwand-Widget = Hiermit werden Ihre 30 Lieblings-Pins auf der eigenen Webseite angezeigt.

Rich Pins = Pins mit zusätzlichen Informationen direkt auf dem Pin.

Insgesamt gibt es 5 Arten von Rich Pins:

1. Filme mit Freigabebeschränkungen, Dartsteller und Rezensionen
2. Rezepte mit Zutaten, Zubereitungsdauer und Servicetipps
3. Artikel mit Überschrift, Autor und Inhaltsangabe
4. Produkte mit Echtzeit-Preisangaben, Verfügbarkeit und Angaben zur Kaufmöglichkeit
5. Orte mit Karte, Adresse und eine Telefonnummer

Newsfeeds = Anders als bei Facebook kann man bei Pinterest unter 5 verschiedenen Feeds wählen:

1. Start-Feed mit aktuellen Themen
2. Beliebtheits-Feed mit den aktuellsten und beliebtesten Themen auf Pinterest
3. Kategorien-Feed mit einer Auswahl der am meisten verwendeten Kategorien
4. Video-Feed mit den belibetesen Videos auf Pinterest
5. Orts-Pinnwand-Feed mit einer Auswahl der beliebtesten Orte/Place-Pins auf Pinterest

Pinterest Analytics = was Nutzer aus dem eigenen Profil bevorzugen, welche Inhalte von der eigenen Webseite gespeichert werden sowie ausführliche Informationen zu der eigenen Zielgruppe.

Weitere Informationen bietet das Video von Pinterest: http://vimeo.com/61580880

Einrichten des Accounts

• Webseite www.pinterest.com aufrufen.
• Die geschäftliche oder private E-Mail-Adresse oder den Facebook-Account anmelden (Bei der Anmeldung mit Facebook werden später alle Pins automatisch auf der Facebook-Chronik geteilt).
• Im nächsten Fenster alle geforderten Daten angeben.
• Pinterest-Einführung durchlesen.

Eine ausführliche Anleitung speziell für Unternehmen stellt Pinterest unter https://business.pinterest.com/de/set-your-business-account bereit.

So geht’s weiter

• Auswahl von fünf Pinnwänden aus den bevorzugten Kategorien.
• Inhalte dieser Pinnwände (und alle weitern Wände, denen man folgen wird) werden im Start-Feed angezeigt.
• Zum Folgen weiterer Kategorien, neben dem Suchfeld links, ein Symbol mit drei untereinander angeordneten Streifen anklicken. Hier findet man weitere Kategorie-Vorschläge.

Do’s und Don’ts

Do'sDon'ts
Pins mit vielen Verknüpfungen für die eigene Marke und das eigene Unternehmen nutzenZu vergessen, den Pinterest-Account auf anderen sozialen Netzwerken zu bewerben
Jeden Pin mit einer individuellen Nachricht und einem passenden Hashtag versehenZu vergessen, mit anderen Pins, die unternehmensrelevant sind, zu interagieren
Zu jedem Bild auf der eigenen Webseite den „Pin-it“ Buttons hinzufügenWillkürlich anderen Pinnwände zu folgen, nur um seine eigene Follower-zahl zu erhöhen

Tipps

Ist der Start einmal gelungen, gibt es noch einige Dinge, die Sie umsetzen können, um längerfristig auf Pinterest erfolgreich zu sein:

1. Webseite Pinterest-freundlich gestalten.

2. Mit „Pin-it“-Buttons ermöglichen Sie Ihren Nutzern, Grafiken schnell auf den eigenen Wänden zu pinnen. Durch die Optimierung Ihrer Webseite für „Rich Pins“ (siehe grundlegende Begriffe), enthält jeder Pin erweiterte Informationen zu dem jeweiligen Link. (Hierfür müssen Produkte, Rezepte, Artikel usw. zunächst mit Metatags ausgestattet werden. Die Veröffentlichung muss so dann bei Pinterest beantragt werden. Eine detaillierte Anleitung finden Sie auf: https://developers.pinterest.com/rich_pins_overview/)

3. Pinterest-Profilseite vollständig einrichten

4. Wie für alle anderen Account auf sozialen Netzwerken, gilt auch hier: Umso vollständiger das Profil umso besser.

5. Wählen Sie einen Namen, der mit Ihrem Unternehmen in Verbindung steht. So werden Sie leichter von Nutzern gefunden.

6. Der Fokus von Pinterest liegt auf Bildern: Halten Sie die Beschreibung Ihres Unternehmens kurz und prägnant.

7. Achten Sie auf ein aussagekräftiges Profilbild.

8. Ansprechende Inhalte zm Pinnen bereitstellen.

9. Man kann es nicht oft genug erwähnen: Achten Sie auf eine hohe Bildqualität. Egal ob es sich dabei um das eigene Material handelt oder um die Motive anderer Pinnwände. Kreativität und Originalität bei der Bilderauswahl sind ebenso entscheidend.

10. Pinterest-Bildanforderungen kennen.

11. Pinterest unterstützt Formate, wie Hintergrundbilder, eingebettete Bilder in iFrames oder Flash-Webseiten, nicht. Die optimale Bildgröße liegt bei 600 x 800 Pixel. Diese Größe wird auf der Pinnwand auf 192 x 256 Pixel heruntergerechnet. Wer sich mit den Formaten auskennt, sticht automatisch heraus.

12. Die Pinterest-Kategorien kennenlernen.

13. Die Suche nach den geeigneten Kategorien, mit denen jeder Pin eingeordnet werden sollte, ist mindestens genauso wichtig wie eine Zielgruppenrecherche. Mit den richtigen Kategorien wird das Unternehmens-Profil leichter gefunden. Die kontinuierliche Veröffentlichung von Motiven unter diesen Bereichen macht es Nutzern einfacher Sie zu finden.

14. Nützliche Inhalte pinnen.

15. Der Lernfaktor ist für Pinterest-Nutzer besonders wichtig. Egal ob kurze Anleitungen, How-Tos, Checklisten oder Infografiken man sollte seiner Zielgruppe stets Inhalte mit Nutzwert anbieten. Wenn dadurch Probleme gelöst oder Fragen beantwortet werden, umso besser!

Weitere nützliche Tipps für Pinterest:

• 6 Tipps zum Erfolg auf Pinterest für Unternehmen (http://www.b2n-social-media.de/6-tipps-zum-erfolg-pinterest-fuer-unternehmen/)
• Pinterest und die rechtlichen Grenzen beim Teilen und Verlinken (http://rechtsanwalt-schwenke.de/pinterest-und-die-rechtlichen-grenzen-beim-teilen-und-verlinken/)
• Content-Marketing mit pinterest: so holt ihr das Optimum aus dem sozialen Netzwerk (http://t3n.de/news/content-marketing-pinterest-holt-544713/)
• 5 Do’s und Don’ts für deinen neuen Pinterest-Auftritt (http://t3n.de/news/pinterest-dos-donts-538671/)

Für welche Branche ist Pinterest von Interesse?

Prinzipiell kann jedes Unternehmen auf Pinterest aktiv werden. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass die hohe Qualität des Bildmaterials im Vordergrund steht. Es gilt: Je kreativer, schöner und liebevoller die Fotos gestaltet und auf den eigenen Pinnwänden präsentiert werden, desto größer der Erfolg.

Besonders viel Anspruch findet Pinterest bei Designern, Dekorateure, Fotografen, Künstler, Architekten. Aber auch Unternehmen, die mit Infografiken oder Abbildungen von Prozessen Wert legen, finden auf der Plattform einen Platz.

Teil 1 > Die vermeidlichen Riesen unter den Netzwerken
Teil 2 > Business-Netzwerke: Bloße Werbemaschinerie oder unterschätzte Kontaktfundgrube?
Teil 3 > Der Microblogging-Dienst Twitter

Quellen:
http://www.socialmedia-talk.com/pinterest-im-einsatz-fuer-kleine-und-mittleren-unternehmen-kmu/
http://socialmedia-fuer-unternehmer.de/social-media-infografik-mit-pro-und-contra/
http://www.businessreviewcanada.ca/marketing/795/Pinterest-Pro039s-and-Con039s
http://www.winlocal.de/blog/2014/03/fuer-unternehmen-wie-funktioniert-visuelles-marketing-mit-pinterest/
https://de.onpage.org/wiki/Pinterest
https://www.geropflueger.de/pinterest-account-erstellen-how-to/
http://rechtsanwalt-schwenke.de/pinterest-und-die-rechtlichen-grenzen-beim-teilen-und-verlinken/
http://www.sozial-pr.net/social-media-trends-praxis-guide-fuer-kmu-infografik/
http://karrierebibel.de/pinterest-tipps/
http://blog.hootsuite.com/how-to-use-pinterest-for-business/

Pinterest, Stephanie A. Kowalski, Social Media für KMU, Social Media TippsZur Autorin:
Stephanie A. Kowalski ist eine Kaffeeliebhaberin, die ehrenamtlich als @HootsuiteDE Ambassador tätig ist und in ihrer Freizeit gerne und viel über Social Media und Content Marketing zwitschert – Folge Stephanie bei Twitter. Momentan erlernt Sie das PR-Handwerk als Volontärin in Bayern.

3 Kommentare

  1. Ich mag Pinterest richtig gerne.
    Es gibt dort viele tolle Anregungen und Ideen für neue Projekte.

    Richtig interessant ist auch der Pinterest-Analytics Bereich. Dort kann man schön einsehen, wie sich die eigenen Beiträge auf der Plattform verbreiten.

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