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Social Media Marketing und die Kreativität

Wer Social Media Marketing betreibt, der sollte kreativ sein, ein bisschen zumindest. Man muss kein Grafikdesigner oder Fotograf sein, aber man sollte ein Auge für gewisse Dinge haben, denn Social Media Kanäle leben nun einmal von Inhalten. Immer öfter wird mir bewusst, dass es den Personen, nachdem die Entscheidung Social Media zu nutzen bereits gefallen ist, an Kreativität und noch viel mehr an Umsetzungsvermögen fehlt. Die Ideen sind oft da und auch sehr gut, aber dann scheitert das Ganze an der Umsetzung bzw. der Ausführung. Oft, wenn man beispielsweise über einen Redaktionsplan oder mögliche Beiträge für soziale Netzwerke spricht, schaue ich in verdutzte Gesichter, obwohl es so viele hilfreiche und kinderleicht zu nutzende Tools gibt, die größtenteils sogar noch kostenlos sind. Ich z. B. schwöre ja auf Canva, wenn es um Grafiken oder ähnliches geht!

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In diesem Beitrag geht es um Praxisbeispiele und Beitragsarten, die sich bereits bewährt haben. Den technischen Part, so weit es möglich ist, werde ich außen vor lassen. Fragen wie „Was soll ich denn nun posten?“ und „Interessiert das meine Zielgruppe denn überhaupt?“ sollten, nachdem Du diesen Artikel gelesen hast, der Vergangenheit angehören!

Vorab sollte man erwähnen, dass es Beitragsformen gibt, die eine höhere organische Reichweite erreichen als andere. Um das bildlich darzustellen, benutze ich folgende Statistik von Socialbakers, die sich auf das Netzwerk Facebook bezieht:

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Quelle

Das Video erreicht laut dieser Statistik die höchste organische Reichweite, was wohl daran liegt, dass Facebook es mit der Videoplattform YouTube aufnehmen möchte, die aus dem Hause Google stammt. Auf dem zweiten Rang liegt das Status-Update, dicht gefolgt von der Veröffentlichung eines Links und zu guter Letzt dem Foto. Hierzu muss ich sagen, dass ich die organische Reichweite eines Fotos weit höher einschätze und dieser Statistik widersprechen muss. Warum? Erstens weil man Personen auf einem Bild markieren kann, auch wenn niemand darauf abgebildet ist, und zweitens ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Foto eine höhere Interaktion erfährt, was so viel bedeutet wie „Gefällt mir“-klicken, kommentieren und teilen, als ein Status-Update oder die Publikation eines Links. Inhalte die eine hohe Interaktion erfahren, erreichen somit mehr Personen sprich eine höhere Reichweite. So viel zum Thema „technische Details“, damit wären wir dann jetzt aber auch durch. Um das Ganze noch einmal kurz und knapp zusammenzufassen: Achtet darauf, welche Beitragsform Ihr wählt, wie die allgemeine Performance dieser Beitragsform aussieht (organische Reichweite) und ganz wichtig, ob die Beitragsform die optimale Lösung für den Inhalt ist bzw. zu dem Inhalt passt.

Jetzt gehen wir in den angenehmeren Teil über und zwar kommen wir zu den Praxisbeispielen! Oft, wenn man nach Praxisbeispielen sucht, bekommt man den Auftritt von General Electric, Audi oder sonstigen unternehmerischen Giganten vor die Nase gesetzt. Natürlich haben diese Unternehmen vorbildliche Social Media Kanäle mit oft „sehr guten“ Inhalten, aber ich bevorzuge es, Beiträge von kleinen und mittleren Unternehmen als Beispiele zu nutzen und welche Beiträge eignen sich da besser, als die Beiträge meiner Kunden!

Videobeiträge are so hot right now!

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Da das Video auf Platz 1. ist, fangen wir dann auch gleich damit an! Der Bernkasteler Ring e. V. ist eine Vereinigung von 34 Spitzen-Weingütern an Mosel, Saar und Ruwer und seit einigen Wochen besuche ich die einzelnen Weingüter und wir dokumentieren den Entwicklungsstand der Rebe des werdenden Jahrgangs. Das Ergebnis kann man mehr oder weniger wöchentlich auf der Facebook-Fanpage des Bernkasteler Rings sehen. Natürlich ist dieser Inhalt nicht interessant für jedermann, aber sicherlich für diejenigen, die sich für Rieslingweine von der Mosel interessieren. Das Konzept ist immer dasselbe, ich begleite den Winzer in den Weinberg und wir machen ein ein bis zwei Minuten langes Video, das den Entwicklungsstand und das aktuelle Klima erklärt. Die Art von Inhalt, die Dokumentation einer branchenspezifischen Entwicklung, sollte allerdings interessant für viele Unternehmen sein, egal ob Bäcker, Bauunternehmer oder eben Weinmacher. Heutzutage ist es sehr einfach, kurze Videos, sogenannte Clips, zu erstellen, da dazu oft schon ein Smartphone ausreicht. Die Bearbeitung, wenn es denn überhaupt nötig ist, es geht hierbei nämlich nicht um die Nominierung für einen Oscar oder sonstige Prämierung, ist ebenfalls sehr leicht und benutzerfreundlich geworden. Ich persönlich nutze hierfür das Programm iMovie von Apple.

Das Video hat, bei einer Facebook-Fanpage von knapp 1000 Fans, über 2500 Personen erreicht, es wurde über 900 mal angesehen und 12 mal geteilt. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann.

Vorher/Nachher-Bilder

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Weiter geht es mit einem Fotobeitrag meines Kunden peticare®.

Peticare® stellt Tierpflegeprodukte her, hauptsächlich für die Behandlung von Hunden und Pferden, und was gibt es Interessanteres, wenn man denn ein Pferd hat das von einem Sommerekzem geplagt wird, als Beweisfotos von der Qualität des Produktes? Richtig, nämlich nichts. Viele potenzielle Kunden vertrauen oft auf die Erfahrung, die Kunden bereits mit einem Produkt gemacht haben und daher sind Vorher/Nachher-Bilder eine regelrechte Superwaffe, wenn die Ergebnisse denn positiv zu bewerten sind.

Dieser Beitrag wurde über 700 mal mit einem „Gefällt mir“-Klick versehen, über 150 mal geteilt, unzählige Male kommentiert, es haben sich sogar richtige Konversationen entwickelt, und er hat sage und schreibe über 230.000 Personen erreicht. Natürlich wurde dieser Beitrag beworben, sonst wäre es wohl kaum möglich mit einer Fanpage von ca. 4000 Fans solch eine Reichweite zu erzielen, aber die organische Reichweite konnte sich vor dem Bewerben des Beitrags schon sehen lassen und lag bei ca. 20.000 Personen. Hier ein kleiner Tipp! Oft ist es besser zu schauen, wie sich ein Beitrag entwickelt und ihn dann erst zu bewerben. Viele Social Media Manager machen den Fehler, einen Beitrag direkt zu bewerben, ohne aber zu wissen, wie er bei der Anhängerschaft ankommt. Beiträge können ab und zu die bessere Werbung sein, besser noch als eine professionell geplante Werbeanzeige. Einfach mal ausprobieren 😉

Auch hier gilt wieder, dass die Beitragsart an viele verschiedene Branchen angepasst werden kann, ob das nun der Friseursalon um die Ecke ist oder der regionale Anstreicher. Vorher/Nachher-Bilder sind ein hervorragendes Mittel um zu zeigen, dass das Produkt oder die Dienstleistung etwas taugt.

Zitate, Sprichwörter und sonstige motivierenden Worte

Und jetzt einmal in eigener Sache! Es wird sicherlich ein Raunen durch die Menge gehen und viele werden sich denken: „Warum noch eine Fanpage die Zitate publiziert?“ Ich persönlich muss sagen, dass ich Zitate und Sprichwörter mag, sie motivieren mich regelrecht, und ich daher ab und zu solch einen Beitrag verfasse. Vielleicht ist diese Art von Inhalt keine Alternative für jedermann, aber Fakt ist, dass diese Inhalte oft geteilt werden und somit eine hohe organische Reichweite erzielen. Zitate und Sprichwörter gibt es fast zu jedem Thema, einfach mal googeln, und mit Programmen wie Canva, das ich bereits in der Einleitung erwähnt habe, lassen sich diese auch schön und einfach verpacken. Ich habe mal einen Tweet genommen, um nicht immer nur das Netzwerk Facebook zu behandeln. Meine Kurznachricht wurde 12 mal weitergeleitet, im Fachjargon „geretweetet“, und 17 mal favorisiert, was dem „Gefällt mir“-Klick bei Facebook entspricht. Insgesamt kann dieser Tweet über 1800 Impressionen und fast 60 Interaktionen verzeichnen, gar nicht so schlecht für eine Kurznachricht mit höchstens 140 Zeichen. Was mich natürlich sehr überrascht hatte, war der Retweet von der zitierten Person, dem CEO von Socialbakers, Jan Rezab.

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Da ist wohl jemand vom Fach!

Fachbeiträge sind sehr wichtig und wer eine Facebook-Fanpage moderiert, der weiß, dass es nichts bringt, nur produktbezogene Inhalte zu publizieren, die einen Sale generieren sollen. Die Mischung macht’s und ein Fachbeitrag, wenn er auch viel Arbeit macht, sollte ab und zu angegangen werden. In diesem Beispiel geht es um die Kriebelmücke, deren Stick oder Biss das äußerst plagende Sommerekzem auslösen kann. Als Beitragsform wurde ein Link gewählt, dieser wurde natürlich modifiziert, der auf eine externe Seite verlinkt, in diesem Fall auf die Webseite. Der Link ermöglicht, dass der User mit einem Klick zu dem gewünschten Inhalt gelangt. Der Beschreibungstext sollte so ansprechend sein, dass dieser den Nutzer dazu verleitet, auf den Link zu klicken. Bei Facebook kann man einen Link regelrecht tunen, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.

Der Fachbeitrag, der oft mit einem Blog gekoppelt ist, dürfte interessant für jegliche Branche sein, da jedes Unternehmen ein Produkt oder eine Dienstleistung anbietet und Abnehmer hat. Fachbeiträge liefern dem Leser einen Mehrwert, dem Verfasser einen gewissen „Expertenstatus“ und beiden eine langfristige Beziehung, die auf Vertrauen und Kompetenz basiert.

Der Link wurde über 120 mal geteilt, über 40 mal kommentiert und 87 mal mit einem „Gefällt mir“-Klick versehen.

Natürlich könnte man diese Liste von Vorschlägen noch weiter ausarbeiten, aber ich denke und hoffe, dass ich Euch mit diesen Beispielen ein wenig helfen konnte und die Planung von zukünftigen Beiträgen etwas vereinfacht habe.

Einen Ratschlag hätte ich da allerdings noch für Euch: „Achtet immer darauf, wie andere Unternehmen, es muss nicht immer die Konkurrenz sein, die Sache mit den Beiträgen löst und versucht, wenn diese erwiesenermaßen „erfolgreich“ sind, das Konzept auch bei Euren Beiträgen anzuwenden. Oft liegen gute Ideen direkt vor Eurer Nase, Ihr müsst sie nur erkennen und dem Ziel entsprechend modifizieren.“

Viel Erfolg!

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